Als verantwortlicher Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) plant, organisiert und gestaltet der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) das Zugangebot in unserer Region – gemäß den gesetzlichen Vorgaben. So sorgt der NWL dafür, dass Sie im Münsterland zuverlässig, komfortabel und umweltfreundlich mit dem Zug unterwegs sein können. Denn moderner Nahverkehr ist Teamarbeit – für Sie, für die Region und für eine nachhaltige Mobilität.
Der Zweckverband Mobilität Münsterland (ZVM) unterstützt die Münsterlandkreise und die Stadt Münster bei der Organisation des ÖPNVs und übernimmt als Dienstleister zentrale Aufgaben für die Region. Damit sorgt der ZVM gemeinsam mit den lokalen Aufgabenträgern dafür, dass Bus, Bürgerbus und andere Mobilitätsangebote verlässlich, sinnvoll verknüpft und aus einem Guss funktionieren – gerade auch als Zubringer zum Schienenverkehr.
Denn: Ein leistungsstarker SPNV braucht ein starkes Nahverkehrsnetz vor Ort. Deshalb entwickelt der ZVM Konzepte, mit denen Bus, Bahn, Rad, Sharing-Angebote und digitale Services noch besser zusammenspielen – nachhaltig, nutzerfreundlich und zukunftssicher für das Münsterland.
| Linie | Name | Verbindung | Betrieb |
|---|---|---|---|
| RE 2 | Rhein-Haard-Express | Osnabrück - Lengerich - Münster - Recklinghausen - Gelsenkirchen - Essen - Duisburg - Düsseldorf | DB Regio NRW |
| RE 7 | Rhein-Münsterland-Express | Rheine - Münster - Hamm - Unna - Schwerte (Ruhr) - Hagen - Ennepetal - Schwelm - Wuppertal - Solingen - Köln - Neuss - Krefeld | National Express |
| RE 14 | Emscher-Münsterland-Express | Essen - Bottrop - Gladbeck - Dorsten - Marbeck-Heiden - Borken/ - Reken-Maria Veen - Coesfeld | RheinRuhrBahn |
| RE 15 | Emsland-Express | Münster - Rheine - Lingen - Leer - Emden - Emden Außenhafen | Westfalenbahn |
| RE 42 | Niers-Haard-Express | Mümster - Haltern am See - Recklinghausen - Gelsenkirchen - Essen - Mülheim - Duisburg - Krefeld - Viersen - Mönchengladbach | DB Regio NRW |
| RE 60 | Ems-Leine-Express | Rheine - Ibbenbüren - Osnabrück - Bünde - Minden - Hannover - Braunschweig | Westfalenbahn |
| RE 62 | Ems-Werre-Express | Rheine - Ibbenbüren - Osnabrück - Bünde - Löhne | DB Regio Nord |
| Linie | Name | Verbindung | Betrieb |
|---|---|---|---|
| RB 50 | Der Lüner | Dortmund - Lünen - Münster | Eurobahn |
| RB 51 | Westmünsterland-Bahn | Dortmund - Lünen - Coesfeld - Gronau - Enschede | DB Regio NRW |
| RB 61 | Wiehengebirgsbahn | Hengelo - Bad Bentheim - Rheine - Ibbenbüren - Osnabrück - Herford - Bielefeld | Eurobahn |
| RB 63 | Baumberge-Bahn | Münster Zentrum Nord - Münster - Coesfeld | DB Regio NRW |
| RB 64 | Euregio-Bahn | Münster - Gronau - Enschede | DB Regio NRW |
| RB 65 | Ems-Bahn | Münster - Greven - Emsdetten - Rheine | Eurobahn |
| RB 66 | Teuto-Bahn | Münster - Lengerich - Osnabrück | Eurobahn |
| RB 67 | Der Warendorfer | Münster - Warendorf - Gütersloh - Bielefeld | Eurobahn |
| RB 69 | Ems-Börde-Bahn | Münster - Hamm - Bielefeld | Eurobahn |
| RB 89 | Ems-Börde-Bahn | Münster - Hamm - Soest - Lippstadt - Geseke - Salzkotten - Paderborn (- Warburg) | Eurobahn |
Bereits im 1. Nahverkehrsplan SPNV Münsterland hat der ZVM 1997 die Weichen für ein flächendeckendes Grundangebot im Stundentakt auf den Schienen des Münsterlandes gestellt.
Im Juni 1998 wurde dieses wesentliche Element des ersten Nahverkehrsplans mit der Einführung des NRW-Taktes umgesetzt. Die Linien erhielten einprägsame Namen wie "Emsland-Express", "Westmünsterland-Bahn" oder "Der Warendorfer" und eine neue Zuordnung in Regional-Express (RE) und Regional-Bahn (RB) mit einem landesweiten Nummernsystem. Mit dem 2. Nahverkehrsplan SPNV Münsterland wurden die eingeleiteten Verbesserungen forciert. So zum Beispiel die Verdichtung der Wochenendbedienung im Stundentakt. Ferner wurden die Spätverkehre, insbesondere an den Wochenenden, ausgeweitet.
Der Schienenverkehr in der Region war bis zur Regionalisierung des SPNV auf dem Rückzug. Im Jahr 1984 verkehrte der letzte Personenzug auf der Strecke Coesfeld – Burgsteinfurt – Rheine. Auf der Strecke Münster – Neubeckum der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) fuhr der letzte Personenzug 1975, auf der Strecke Isselburg – Bocholt – Borken – Coesfeld 1974 und auf der Tecklenburger Nordbahn (TN) von Osnabrück nach Recke bereits 1967.
Das vormals dichte Schienennetz im Münsterland wurde so deutlich ausgedünnt. Noch bis in die 90er Jahre standen die Streckenabschnitte Coesfeld – Gronau, Coesfeld – Dorsten und Warendorf – Rheda-Wiedenbrück in der Diskussion zur Umstellung auf Busverkehr. Mit dem Beginn der regionalen Verantwortung des ZVM wurde eine Wende eingeleitet. Grundsatz der Nahverkehrspläne ist, die bestehenden Strecken zu erhalten und das Schienennetz zielgerichtet auszubauen – dieses umfasst auch die Reaktivierung von Strecken.
Am 16. November 2001 konnte die neun Kilometer lange Strecke Gronau – Enschede nach nur sechsmonatiger Bauzeit mit finanzieller Unterstützung der EU und des Landes wieder eröffnet werden. Seitdem fahren die Züge von Münster und Dortmund nach Enschede und bedienen die Strecke in einem Halbstundentakt. Über 1.800 Fahrgäste täglich nutzen heute die neue grenzüberschreitende Verbindung, an Wochenenden mit Markt in Enschede noch deutlich mehr.
Zukünftig soll das Schienenstreckennetz im Münsterland ausgebaut, die Takte verdichtet, Verknüpfungen optimiert und so Reisezeiten verkürzt werden. Im Rahmen des Projekts S-Bahn-Münsterland wird die Planung und Umsetzung vom NWL seit 2019 vorangetrieben.
Ziel des Projektes ist es, neun S-Bahnlinien im Münsterland zu schaffen, die insbesondere auf bisherigen Regionalbahn- und Regionalexpresslinien basieren. Zusätzlich zu den Angeboten, welche bereits mit einer dichten Taktung bestechen, sollen über das gesamte Münsterland mindestens 30-minütige Taktfrequenzen (mind. drei Fahrten pro Stunde und Richtung) entstehen. So soll ein deutlich verdichtetes Bahnnetz geschaffen werden, in dem Reisende von einer Steigerung der Angebotsqualität profitieren.
Die S-Bahn Münsterland ist Bestandteil der SPNV-Zielnetzplanung NRW 2032/2040. In dieser sind auch weitere Schienenstrecken im Münsterland enthalten.


Dass es neben den Nahverkehrszügen, die an jedem Bahnhof halten, auch schnellere Nahverkehrsverbindungen gibt, ist nicht neu. Früher waren sie als Eilzug oder Regionalschnellbahn bekannt - heute werden sie als RegionalExpress bezeichnet.
Mit der zweiten Stufe des NRW-Taktes konnte ein Netz von RegionalExpress-Linien aufgebaut werden, welches dem Münsterland schnelle Verbindungen nicht nur innerhalb von NRW bringt. Dabei werden Strecken bedient, die auch im IC/ICE - Verkehr befahren werden. Fünf überregional bedeutsame RegionalExpress - Linien fahren durch das Münsterland. Sie sind inzwischen mit modernen Doppelstockwagen ausgestattet und bieten einen hochwertigen Reisekomfort bei der Fahrt über längere Entfernungen. Seit Dezember 2010 verkehrt der RE 2 von Osnabrück über Münster und Essen hinaus bis nach Düsseldorf und stellt so die seit langem angestrebte direkte Verbindung von Münster in die Landeshauptstadt her.
Das Leistungsvolumen des SPNV-Angebotes im Münsterland wurde seit dem Beginn der Regionalisierung um ca. 40 % ausgeweitet. Dieses Angebot gilt es zu halten und weiter zu optimieren.
Der erste Nahverkehrsplan Westfalen-Lippe des NWL, der den Nahverkehrsplänen des ZVM nachfolgte, ist im Oktober 2011 in Kraft getreten und enthält weitere Anforderungen an den SPNV im Münsterland. Der Nahverkehrsplan kann hier heruntergeladen werden. Auch in Zeiten "knapper Kassen" muss den Fahrgästen im Münsterland ein SPNV-Angebot zur Verfügung stehen, das Berufspendler, Schüler und Freizeitfahrer gleichermaßen ans Ziel bringt. In den letzten fünfzehn Jahren ist eine hohe Identität der Region mit den Belangen des SPNV entstanden.
Die enge Zusammenarbeit zwischen den westfälischen Zweckverbänden im NWL, den benachbarten Aufgabenträgern des SPNV, den Kommunen und dem ZVM hat sich bewährt. Die Bewahrung und Stärkung der regionalen Eigenverantwortung des Münsterlandes wird weitere Synergien erschließen.